In einer kurzen Einführung zur Prinzipienethik (siehe Hintergrundartikel Prinzipienethik) legt die Lehrkraft dar, dass die Prinzipien eine strukturierte Behandlung von problematischen Fragestellungen ermöglichen, indem diese auf ethisch relevante Aspekte für die Urteilsbildung fokussieren sowie Anregungen dazu geben, über Handlungsalternativen nachzudenken. Würde und Verantwortung sind wichtige Aspekte der ethischen Diskussion und sollten deshalb mit einbezogen werden.
Die Lernenden erhalten das Arbeitsblatt Zitate Betroffenensicht. Sie gehen in Einzelarbeit die Aussagen durch und überlegen, welche Prinzipien im jeweiligen Zitat implizit und explizit angesprochen werden.
Anschließend werden fünf Gruppen gebildet, in denen anhand der Fragen auf dem Arbeitsblatt Common Morality? jeweils eines der Prinzipien diskutiert wird. Die Lernenden versuchen von den konkreten Aussagen zu allgemeineren abstrakteren Aussagen und schließlich zum jeweiligen Prinzip zu kommen.
Im nächsten Schritt bereitet jede Gruppe eine Präsentation oder ein Handout vor und stellt die Diskussionsinhalte im Plenum vor. Nach jeder Präsentation sollte zum Nachfragen und Ergänzen etwas Zeit eingeräumt werden.
Abschließend kann die Lehrkraft die Beiträge anhand theoretischer Ausführungen zu den Prinzipien vertiefen. Die Gruppenergebnisse werden gemeinsam zusammengefasst.
Soll stärker auf den Aspekt der Pflege fokussiert werden, kann das Arbeitsblatt Common Morality? Pflege verwendet werden. Auch dabei steht die Konkretisierung der ethischen Prinzipien im Mittelpunkt, die Handlungsdimension wird jedoch im professionellen Bereich diskutiert.
Um die Aspekte der Autonomie und Selbstbestimmung im Alter oder auch im Gesundheitswesen zu verdeutlichen, kann ein Praxisbeispiel (Selbstbestimmung Falldarstellung) herangezogen werden, das von Studentinnen der Gesundheits- und Krankenpflege in den Ethikunterricht eingebracht wurde. In dieser Darstellung wird deutlich, inwiefern die Kategorien, nach denen Selbstbestimmung und Eigenverantwortung in Sachen Gesundheit zu- oder abgeschrieben werden, von unterschiedlichen Interessenslagen aber auch Machtfaktoren bestimmt sind.